PPF vs PDP: Was sich in der französischen Reform geändert hat
Am 15. Oktober 2024 veröffentlichte die Generaldirektion der öffentlichen Finanzen (DGFiP) eine Mitteilung, die die Landschaft der elektronischen Rechnungsstellung in Frankreich veränderte1. Das Öffentliche Rechnungsportal (PPF), ursprünglich als kostenlose staatliche Option präsentiert, wird den Rechnungsaustausch nicht mehr verwalten. Unternehmen müssen obligatorisch eine zertifizierte Plattform (PA, früher PDP genannt) nutzen.
Dieser Artikel erklärt, was sich geändert hat, warum und was dies für Ihr Unternehmen bedeutet.
Erinnerung: Was sind PPF und PDP?
Das Öffentliche Rechnungsportal (PPF)
Das PPF war als kostenlose, vom Staat angebotene Lösung vorgesehen, um Unternehmen, insbesondere KMU und Kleinstunternehmen, zu ermöglichen2:
- Elektronische Rechnungen im Factur-X-Format auszustellen
- Rechnungen von anderen Unternehmen zu empfangen
- Daten an die Steuerverwaltung zu übermitteln
- Ein Verzeichnis von Unternehmen und ihren Rechnungsdaten zu verwalten
Das ursprüngliche Ziel: Eine zugängliche Lösung ohne Kosten für kleine Strukturen mit geringem Rechnungsvolumen und einfachen Bedürfnissen anzubieten.
Die Partner-Dematerialisierungsplattformen (PDP)
Die PDP (jetzt Zertifizierte Plattformen - PA genannt) sind staatlich registrierte private Betreiber, die3:
- Elektronische Rechnungen zwischen Lieferanten und Kunden ausstellen, übertragen und empfangen
- Formatkonformität validieren (EN 16931, Factur-X, UBL 2.1, CII)
- Steuerdaten extrahieren und übermitteln (Identifikatoren, Beträge, MwSt.) an die DGFiP
- Sicherheit mit obligatorischer ISO/IEC 27001-Zertifizierung garantieren4
- Interoperabilität zwischen verschiedenen Plattformen sicherstellen
Die ursprüngliche Zielgruppe: Mittlere und große Unternehmen mit hohen Volumina und komplexer Rechnungsstellung.
Die Ankündigung vom 15. Oktober 2024: Ein Wichtiger Wendepunkt
Was sich geändert hat
Am 15. Oktober 2024 veröffentlichte die DGFiP eine Mitteilung, die eine wichtige strategische Neuausrichtung ankündigte1:
Das PPF wird den Rechnungsaustausch NICHT MEHR verwalten.
Stattdessen konzentriert sich das PPF nur noch auf zwei Aufgaben:
- Das Empfängerverzeichnis: Zentralisierte Datenbank von Unternehmen und ihren Rechnungsinformationen
- Der Datenkonzentrator: Sammlung von Steuerdaten, die von den zertifizierten Plattformen übermittelt werden
Die unmittelbaren Konsequenzen
1. Zertifizierte Plattformen werden obligatorisch
Alle Unternehmen, unabhängig von ihrer Größe, müssen obligatorisch über eine zertifizierte Plattform (PA) gehen für1:
- Ausstellung ihrer B2B-E-Rechnungen
- Empfang von Rechnungen ihrer Lieferanten
- Übermittlung von Daten an die Steuerverwaltung
Es gibt keine kostenlose Option mehr über das PPF.
2. Das PPF wird ein Support-Service
Das Öffentliche Rechnungsportal verschwindet nicht vollständig, aber seine Rolle ändert sich radikal5:
- Das zentralisierte Verzeichnis: Ermöglicht es PA, Rechnungsdaten von Empfängern zu finden
- Die Steuererhebung: Empfängt aggregierte Daten von den PA
- Kein direkter Austausch: Rechnungen laufen nicht mehr über das PPF
Auswirkungen auf Unternehmen
Wer ist betroffen?
Alle französischen mehrwertsteuerpflichtigen Unternehmen, ohne Ausnahme:
- Große Unternehmen (>€1,5 Milliarden Umsatz)
- Mittelgroße Unternehmen (ETI, €250M-€1,5B)
- Kleine und Mittlere Unternehmen (KMU)
- Kleinstunternehmen
- Selbständige
Zeitplan der Verpflichtung
1. September 2026
Alle Unternehmen müssen elektronische Rechnungen über eine PA empfangen können2.
Große Unternehmen und ETI (>€250M oder 250+ Mitarbeiter) müssen ihre elektronischen Rechnungen über eine PA ausstellen2.
1. September 2027
Alle KMU, Kleinstunternehmen müssen ihre elektronischen Rechnungen über eine PA ausstellen2.
Wie wählen Sie Ihre zertifizierte Plattform
Auswahlkriterien
1. Integration mit Ihrer aktuellen Software
Schlüsselfrage: Ist meine PA mit meiner Buchhaltungssoftware oder meinem ERP kompatibel?
- Überprüfen Sie, ob Ihre aktuelle Software eine integrierte PA anbietet
- Vergleichen Sie Integrationskosten, wenn Sie das Tool wechseln müssen
2. Rechnungsvolumen
- Geringes Volumen (< 50/Monat): Bevorzugen Sie Einfachheit und Kosten
- Mittleres Volumen (50-500/Monat): Suchen Sie Balance zwischen Funktionen/Preis
- Hohes Volumen (> 1000/Monat): Fordern Sie Leistung und dedizierten Support
Fazit
Die Ankündigung vom 15. Oktober 2024 markierte einen Wendepunkt in der Reform der elektronischen Rechnungsstellung in Frankreich. Die Aufgabe des PPF als Austauschplattform zugunsten zertifizierter Plattformen stellt eine wichtige strategische Änderung dar.
Zu merken:
- Zertifizierte Plattformen sind jetzt obligatorisch für alle Unternehmen
- Das PPF bleibt aktiv, aber nur als Verzeichnis und Datenkonzentrator
- 22 Plattformen haben bereits ihre endgültige Registrierung, mit über 80 weiteren im Prozess
- Der Zeitplan bleibt unverändert: Empfang ab September 2026 obligatorisch
- Wählen Sie Ihre PA jetzt, um Zeit zur Vorbereitung zu haben
Obwohl diese Reform Kosten verursacht, stellt sie auch eine Gelegenheit dar, Ihre Prozesse zu modernisieren, Ihre Verwaltungskosten zu senken und Ihr Treasury-Management zu verbessern.
Zögern Sie nicht: Mit weniger als 8 Monaten vor der Frist im September 2026 ist es Zeit, Plattformen zu vergleichen, Ihren Partner zu wählen und Ihr Team vorzubereiten.
Offizielle Ressourcen
- Offizielle Liste zertifizierter Plattformen (impots.gouv.fr)
- Elektronische Rechnungsstellung und Partnerplattformen (impots.gouv.fr)
- Alles über elektronische Rechnungsstellung (economie.gouv.fr)
Tools zur Vereinfachung der Compliance
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Quellen und Referenzen
Letzte Aktualisierung: 8. Januar 2026
Dieser Artikel bietet allgemeine Informationen auf der Grundlage öffentlich zugänglicher Quellen und sollte nicht als Rechts- oder Steuerberatung betrachtet werden. Konsultieren Sie einen qualifizierten Steuerberater für spezifische Beratung zu Ihrer Situation.
Footnotes
-
Esker (2024). Communiqué DGFiP : les PDP au cœur de l'écosystème, le PPF en retrait. ↩ ↩2 ↩3
-
Yousign (2025). Facturation électronique 2025 : différence entre PDP et PPF. ↩ ↩2 ↩3 ↩4
-
Direction Générale des Finances Publiques (2025). Facturation électronique et plateformes partenaires. ↩
-
Chambersign (2025). Plateforme agréée (PA) : tout savoir sur la facturation électronique. ↩
-
Kerhis (2024). Le Portail Public de Facturation (PPF) : un recentrage stratégique de la DGFIP autour de l'annuaire. ↩